Kling, Glöckchen, kling

Zum Jahreswechsel hört ganz Österreich den Gong der Pummerin. Wo hängt die zweitgrößte Glocke der Welt? Und wie wird sie bedient?

Feuilleton | REPORTAGE: NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

Sie läutet nur zu besonderen Anlässen: zu Ostern und Pfingsten, am Nationalfeiertag, zu Fronleichnam und Allerseelen, aber auch, wenn ein neuer Papst gewählt wird, und beim Tod eines kirchlichen oder staatlichen Würdenträgers. Einmal im Jahr hört ganz Österreich das tiefe C der Wiener Pummerin, wenn sie den Jahreswechsel einläutet.

"Als Ministrant habe ich selbst noch Kirchenglocken am Seil geläutet, das war mit dem Gewicht eines Zehnjährigen nicht leicht", erzählt Dombaumeister Wolfgang Zehetner. Er bringt den Falter mit dem Lift hinauf in den Nordturm zur Pummerin. Früher kümmerte sich ein Türmer um das Geläut und die Uhrwerke; heute sind die Mesner dafür zuständig.

Es ist also kein Ehrenamt, zu Silvester den roten Hebel umzulegen, der die über 20 Tonnen schwere Pummerin aufweckt. Es dauert 17 Sekunden, bis der Klöppel die zweitgrößte freischwingende Glocke der Welt anschlägt. "Zu Neujahr ist das heikel, da wird ja die Zeit bis Mitternacht angezählt. Wenn da etwas


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