Die Glosse vom Falter

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Falter & Meinung | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

In der DJ-Kultur gibt es derzeit einen Sprachenstreit. Nachdem der Falter in einem Artikel das Wort DJane für eine Plattenauflegerin verwendet hatte, meldete sich ein Musikwissenschaftler zu Wort. "Was soll das sein? Das weibliche Pendant zu DTarzan?", spöttelte der DJ-ologe. Der falsch gegenderte DJ verletzt die Selbstachtung weiblicher Disc Jockeys.

Die Kulturwissenschaftlerin Nadine Jessen, Jurorin des neu eingerichteten kommunalen Kulturförderprogramms "Shift", gibt als Beruf DJ-in an, was der eher ungebräuchlichen Wortbildung Disc Jockeyin entspräche. Na, was nun?

Ein Blick in die Populärkultur ergibt folgendes Bild: DJs, die sich in der Öffentlichkeit leicht bekleidet zeigen, tendieren dazu, sich DJane zu nennen. Beispiele sind Martina Kaiser, Ex-Ö3-Moderatorin und Mitglied der "God Is A Djane World Tour", oder Dschungelcamp-"Nackt-DJane" Micaela Schäfer. Für Musikerinnen mit einem Hang zu archaischen Geschlechterrollen ist der Begriff keine Diskriminierung: "Ich Tarzan, Du DJane!"


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