Nüchtern rocken, funktioniert das?

Feuilleton | GERHARD STÖGER | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

"Sex and drugs and rock 'n'roll is all my brain an body need", sang der britische Pop-Exzentriker Ian Dury 1977. "Sex and drugs and rock 'n' roll is very good indeed." Diese vier Zeilen brachten das Credo einer ganzen Kultur auf den Punkt, das zugehörige Lied, schmissig, gewitzt und unwiderstehlich eingängig, geriet zur Hymne.

Der Rock 'n' Roll ist in den 1950ern entstanden, in den Roaring Sixties wurde er in unterschiedlichen Ausprägungen zur globalen Sprache der Jugend. Rock war der Soundtrack des Aufbegehrens, ein Lobgesang der Grenzüberschreitung und die Feier der Zügellosigkeit.

Die legalen Drogen Nikotin und Alkohol gehörten zum subkulturellen Standardrepertoire, die illegalen ebenso. Was wäre Pop ohne Jointgepaffe und Pilzefresserei, ohne LSD-Trip, Ecstasy-Rausch und spritzund schnupfbare Pulver aller Art? Dem Heroin haben The Velvet Underground 1967 sogar ein Songdenkmal errichtet ("It's my wife and it's my life"), eine Rockgeneration später sang Jeffrey Lee Pierce mit seiner


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