Der Machtspieler

Leo Wallner war 40 Jahre lang der gute Engel des Sports und des Glücksspiels. Dann wurde er der Korruption bezichtigt und hofierte Despoten. Nun zieht er sich zurück

Stadtleben | Porträt: Johann Skocek | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

Am Mittag des 9. Oktober 2012 nähert sich der Grüne Peter Pilz den Journalisten im Saal und äußert die Befürchtung, Leo Wallner sei krank und vermutlich als Auskunftsperson überfordert. Der parlamentarische "Untersuchungsausschuss zur Klärung von Korruptionsvorwürfen" widmet sich am 40. und vorletzten Tag einer Zahlung der Österreichischen Lotterien von 300.000 Euro an die BZÖ-Agentur "Orange" im Jahr 2006. Rechnungsgegenstand war ein fast wertloses, neunseitiges Gutachten über "Responsible Gaming". Der Verdacht besteht, dass die Regierungspartei BZÖ mit dem Geld der Lotterien ermuntert worden sein soll, einer Novellierung des Glücksspielgesetzes in letzter Sekunde die Unterstützung zu entziehen. Die Novelle hätte das Glücksspielmonopol gekippt und damit die Casinos Austria, die Muttergesellschaft der Lotterien, empfindlich getroffen.

2006 wollte Generaldirektor Leo Wallner den von ihm aufgebauten Konzern vor dem Konkurrenten Novomatic und der neuen Zeit, die für Glücksspielmonopole


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