Menschen

Poesie-Schlemm

Falters Zoo | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

Slam B heißt die Poesie-Schlemmerei, die Diana Köhle neben dem mittlerweile auch aus Funk und Fernsehen bekannten Tagebuch-Slam veranstaltet und moderiert. Kürzlich flackerte im Literaturhaus die Idee auf, ob das B im Veranstaltungstitel womöglich für Brot steht. Oder für Boris. Wieso das denn? Weil Boris Lauterbach von der lustigen Hamburger HipHop-Formation Fettes Brot mit seiner Klasse der Schule für Dichtung die Ergebnisse seines Workshops präsentierte. Als Sprachkunstlehrer trat der Mann immerhin in die Fußstapfen von Allen Ginsberg, Ernst Jandl, Falco, Nick Cave oder Blixa Bargeld. Echt fett. Der nächste Slam B im Literaturhaus? Am 16. Jänner. Allerdings dann leider ohne Boris von den Fetten Broten.

Hamburger Wochen in Wien, sowieso. Der Hamburger "Tatort"-Kommissar-Darsteller Til Schweiger kam zur Premiere der Tragikomödie "Honig im Kopf" ins Cineplexx auf der anderen Donauseite und hatte seinen Film-Vater Dieter Hallervorden und seine (im echten Leben wie im Film) Tochter Emma mit im Gepäck. Und das schönste war: Jeder Kinobesucher durfte auf den roten Teppich. Offiziell startet der Weihnachtsfilm übrigens erst nach den Weihnachtsfeiertagen. Und wenn "The Interview" mit Seth Rogen und James Franco Wien-Premiere hat, bitte Bescheid sagen.

Der Weihnachtsmann, das haben wir in den letzten Wochen sehr oft gehört, kommt nicht aus Hamburg, sondern aus Amerika (wo ja angeblich auch der Hamburger herkommt). Er ist eine Erfindung des Brauseherstellers Coca-Cola, um das Geschäft anzukurbeln. Jedenfalls fährt der gute Mann seit einiger Zeit rentierschlittenlos mit dem Coca-Cola-Weihnachtstruck durch die Lande und kurz vorm Fest machte das auch energiebilanztechnisch vielleicht nicht ganz unproblematische Gefährt im Wiener Wurstelprater Station. Allerdings saß in der Fahrerkabine nicht Santa Klaus, sondern David Alaba, der beliebteste Fußballer des Landes. Wieso? Weil im lokalen Wachsfigurenkabinett eine Alaba-Wachsfigur an den Start ging. Alaba ist übrigens der einzige aktive Sportstar aus Österreich, dem man dort ein Denkmal gesetzt hat. Mal sehen, vielleicht kommen ja nach den nächsten Wochen noch ein paar dazu?

Besuch aus Amerika war auch da: Der Musiker Lenny Kravitz musste ein Konzert nachholen, das er grippebedingt verschoben hatte. Der Mann kam allerdings schon einen Tag vor dem eigentlichen Termin an. Warum denn das? Angeblich, um im privaten Rahmen mit Mario Bernatovic, junger Star- und Szenekoch im neuen In-Restaurant Kussmaul, zu kochen. Gut informierte Kreise vermeldeten "Trüffelnudeln". Backstage-Catering ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Tags darauf brachte Kravitz die Wiener Stadthalle zum, naja, Kochen.

Wer den Song Contest 2015 moderiert, ist eigentlich egal. Denn die Moderation ist das Unwichtigste der Wahnsinns-Show. Wieso trotzdem die ganze Stadt darüber diskutiert, ob Alice Tumler, Arabella Kiesbauer und Mirjam Weichselbraun eine gute Wahl sind? Keine Ahnung. Hauptsache Conchita moderiert aus dem Green Room.


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