RESPEKT!

Conchita Wurst ist ein Paradiesvogel mit Verstand. Österreichs inoffizielle Außenministerin ist unser Mensch des Jahres

Politik | WÜRDIGUNG: CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Erwartungshaltung, sagt Conchita Wurst, werde ihr persönliches Wort des Jahres 2014. Aber: „Man sollte sich das abgewöhnen, man wird sehr schnell enttäuscht.“ Die bärtige Sängerin aus Österreich, die im Mai in Kopenhagen den Song Contest gewonnen hat, sitzt ein halbes Jahr später in der düsteren Lobby eines Wiener Designhotels und gibt ein Interview. Das hundertste, das tausendste? Sie weiß es nicht.

Was sie genau weiß, ist, dass sie nie etwas versprochen hat, auch nicht, die Eurovision nach Wien zu holen. Oder die offizielle Botschafterin der Toleranz oder Sprecherin aller Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen zu sein. „Das Einzige, was ich versprechen kann, ist, dass ich immer das sagen werde, was ich für richtig halte“, sagt die Sängerin, legt keck ihren Kopf zur Seite und streicht sich eine Strähne schwarzes Perückenhaar aus dem Gesicht. Nachsatz: „Und das ist noch lange nicht die ultimative Wahrheit.“


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