Nüchtern betrachtet

Wegrauchen, aussaufen auslöffeln, aufbrauchen

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

Hundersechsundachtzig Gramm hab ich noch, aber beim nächsten Mal sind die Puntalette dann alle. Es ist schon so, wie die Frau Sargnagel sagt: Das Schöne dran, wenn man eine Zigarette ausgeraucht oder ein Bier ausgetrunken hat, ist, dass man sich danach die nächste anstecken bzw. ein neues aufmachen kann. Nun bin ich im Falle der Puntalette gar nicht so erpicht drauf, ein frisches Säckchen zu erwerben, es ist mehr so, dass es generell ganz geil ist, etwas aufzubrauchen. Man hat dann was erledigt.

Viele Menschen lieben das. Mein Bruder ist der Großkalif des Erledigens und betreibt in dieser Disziplin einen Aufwand im Vergleich zu dem sich der Taj Mahal ausnimmt wie ein Kindergarten im Bauhaus-Stil. Wenn der einen Sack Puntalette leermacht, dann richtet er sofort einen familieninternen Feiertag des Puntalettesäckeleerens ein und schichtet ein paar Termine um, damit er am nächsten Donnerstag seine Kinder erstmals zum gemeinsamen Puntaletteeinkauf mitnehmen kann, was sich zeitökonomisch


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