Letzte Runde!

Gibt es ein Leben nach dem Alkoholverbot? Unser Autor wirft das Zukunftsszenario einer abstinenten Gesellschaft

Feuilleton | BLICK IN DIE ZUKUNFT: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

Die Nachricht aus Brüssel traf vor bald 50 Jahren, im Februar 2015, in den Hauptstädten ein. Tonio Borg, Gesundheitskommissar der Europäischen Union (EU), legte eine Richtlinie vor. Darin hieß es, dass das gesetzliche Verbot der beste Weg zum Schutz vor Alkohol sei.

Freiwillige Vereinbarungen hätten sich als unwirksam erwiesen, kritisierte das Papier die vorangegangenen Maßnahmen von Industrie und Gastronomie. Damit war der Weg frei für ein EU-weites Alkoholverbot. "Die Kommission ist der Ansicht, dass die umfassendste Regelung die größten Vorteile für die Bevölkerung bringt", heißt es in dem Papier, das der Falter bei Archivrecherchen fand. Was die Beamten damals diplomatisch "die umfassendste Regelung" nannten, war nichts anderes als die Ankündigung einer Prohibition. Dingdong, letzte Runde!

Vor fast genau 50 Jahren, am 1. März 2015, begann Europas rauschfreie Zeit; der taumelnde Kontinent lernte auf sicheren Beinen zu stehen. Die verordnete Abstinenz hat die Gesellschaft


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