Perfekt unperfekt

Wiener Architekten haben ein Kartenspiel entwickelt, das zeigt: Unperfekt ist auch perfekt

Stadtleben | Spielbesprechung: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

Muss Architektur perfekt sein? Mit dieser Frage beschäftigen sich Architektinnen und Architekten regelmäßig. Jakob Dunkl vom Wiener Büro Querkraft Architekten hat festgestellt, dass es oft die überraschenden Abweichungen vom Normalen sind, die ein Objekt besonders spannend machen: "Der Mensch ist nicht perfekt, die Architektur sollte manchmal auch unperfekt sein dürfen."

Nun machen die Leute bei Querkraft eigentlich immer sehr perfekte Architektur (weil es feiertagsbedingt wieder aktuell ist: Die Lobby im Technischen Museum stammt von ihnen; die Idee, Gastgärten mit Glaswänden abzugrenzen ebenfalls). Ein kleines Sonderprojekt haben Dunkl und seine Kollegen jetzt vorgestellt: das Kartenspiel "unperfekt".

Das Spiel mit den 24 Kartenpärchen funktioniert ähnlich wie das - vor allem bei den lieben Kleinen -so beliebte Memory-Spiel. Aber erstens darf man aus rechtlichen Gründen das M-Wort nicht verwenden und zweitens sind die Bilderpaare eben nicht ganz identisch. Und es geht um Architektur. Die Querkrafts haben in ganz

So wächst aus einer Mailänder Markthütte ein Alleebaum, der im photogeshoppten Bild vor dem Gebäude steht. Während an einer Fassade in Manchester nachträglich angebrachte Leitungen das Originalbild "stören", fehlen die irritierenden Elemente nach der Bildbearbeitung.

Manchmal muss man ein wenig suchen, um das perfekte vom unperfekten Bild zu unterscheiden. Das Spiel bietet also neben dem Paarefinden weitere Möglichkeiten. Eines ist aber gleich: Wer am Schluss die meisten Paare hat, gewinnt.

€ 19,90, erhältlich bei Walter König, Leporello oder Répertoire bzw. bei www.querkraft.at


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