Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Mehr Steuern auf kulturelle Leistungen? Die Grünen warnen

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

Die Regierung ventiliert die Idee, die Umsatzsteuer für gewisse Dienstleistungen zu erhöhen. So soll der Zehn-Prozent-Satz für Tickets von künstlerischen und kulturellen Veranstaltungen angehoben werden.

Für den grünen Kultursprecher Wolfgang Zinggl markiert diese Idee einen Anschlag auf die Kulturfreiheit. Besserverdienende, so Zinggl, würden Preiserhöhungen "besser verkraften als jene Haushalte, die sich genau überlegen müssen, ob sie um ihr Geld lieber ins Theater gehen oder dem Kind einen Mantel kaufen".

Der Zugang zu Kunst und Kultur werde sich weiter verengen, die weniger Betuchten werden sich aus dem kulturellen Diskurs noch mehr ausklinken. Konsequenz: die staatlichen Ausgaben für Kunst und Kultur würden den besser Situierten noch mehr zugutekommen.

Die demokratische Aufgabe des Staates wäre es aber, ein breites Publikum für Kunst und Kultur zu gewinnen. Der kulturpolitische Trend, so Zinggl, gehe daher in die falsche Richtung. Wer Kunst braucht, so offenbar die neue Devise, solle sie auch selbst finanzieren. Mit diesem Argument könne auch die Benutzung von Parks mit Eintrittsgeldern finanziert werden. Die Kultur werde langsam, aber sicher privatisiert.


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