TV-Kolumne

Zeit am Schirm

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

Das heurige TV-Jahr lässt sich so zusammenfassen. "Wetten, dass ?" ist gegangen, Netflix gekommen. Die große Samstagabendschau hatte ein katastrophales Finale. Alle hassten den Moderator Markus Lanz und waren froh, dass er nie wieder Gäste mit peinlichen Fragen erniedrigen wird, zumindest nicht im Rahmen dieser Wettshow. Netflix hingegen, ein privates Programmangebot für Abonnenten, ist ein Erfolg. Die Netflixianer schwärmen davon, dass sie, gegen eine Gebühr von ein paar Euro monatlich, Spielfilme und Serien schauen können ohne Ende. Die Zeit des Videothekenbesuchs und des illegalen Runtersaugens ist vorbei.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist durch Netflix nicht größer geworden. Während am Tag nach "Wetten, dass...?" über die Patzer des Moderators und den Auftritt Michael Jacksons gelästert wurde, bleiben die Netflixianer mit ihrem Erlebnis allein. "Hast du Fargo schon gesehen?""Nein, hab ich nicht."


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