Musiktheater Kritik

Sängerausfall und Buhs für Regie und Dirigenten

Lexikon | HR | aus FALTER 52/14 vom 24.12.2014

Bei der Premiere verließ im zweiten Akt den exzellent gestaltenden, aber bereits erkrankten Sänger des Titelhelden, Simon Keenlyside, die Stimme, er musste im dritten gecovert werden. Dennoch ist dieser neue "Rigoletto" trotz belangloser Inszenierung musikalisch äußerst hörenswert: Myung Whun-Chung dirigierte einen in Ausdruck, Tempodramaturgie und sorgfältig geprobten Balancen zwischen Orchester, Chor und Bühne (für den Ausfall Keenlysides ab der "Cortigiani"-Szene kann er nichts) staatsopernwürdigen Verdi. Der Tenor Piotr Beczała singt vor allem in den lyrischen Teilen einen sehr guten Herzog. Erin Morley ist in den Duetten mit Rigoletto und in ihrer Arie eine tolle Gilda, die sich sicher allmählich zu einem großen Sopran entwickeln wird.

Staatsoper, 27., 30.12., 2.1.19.00


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