Theater Kritiken

Ein Western aus dem Plattenbau

Lexikon | WK | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015

Über die Bühne rollt ein Tumbleweed, und die Musik ist von Morricone: "Noch ein Lied vom Tod" spielt zwar in einem ostdeutschen Plattenbau, kommt aber wie ein Western daher. Der Saloon ist eine Kneipe namens Günthers Eck und der Sheriff ein Kriminalpolizist namens Udo. Das Stück, für das Juliane Stadelmann (geb. 1985) mit dem Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichnet wurde, basiert auf einem Fall, der sich 1999 zugetragen hat, als in Frankfurt/Oder zwei alleingelassene Kleinkinder verdurstet sind. Aufzuklären gibt es eigentlich nichts, Kommissar Udo ermittelt trotzdem. Wie da eine soziale Tragödie in Form eines absurden Genrestücks verhandelt wird, ist ein interessanter Ansatz. Der verzweifelte Witz, der sich daraus eigentlich ergeben sollte, bleibt in der Uraufführung (Regie: Daniela Kranz) allerdings weitgehend auf der Strecke.

Schauspielhaus, Fr, Do 20.00


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