Der romantische Provokateur

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq versteht sich auf Zukunftsszenarien. Mit dem Pariser Anschlag hat ihn die Gegenwart überholt

Feuilleton | PORTRÄT: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015

Der Autor ist verschwunden, abgetaucht. Nach dem Attentat in der Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo, das vielleicht auch ihm und seinem Roman "Unterwerfung" galt, hat er unter Polizeischutz Paris verlassen und befindet sich derzeit an einem geheimgehaltenen Ort. Einer der Ermordeten, der Wirtschaftswissenschaftler Bernard Maris, gehörte zu seinem Freundeskreis.

Es passiert nicht zum ersten Mal, dass Frankreichs Skandal-und Ausnahmeschriftsteller wie vom Erdboden verschluckt ist. Als 2011 sein letzter Roman "Karte und Gebiet" erschien, war er im Zuge der Lesereise plötzlich unauffindbar und blieb es wochenlang.

Schon damals wurde ein terroristischer Akt vermutet. "Ich hatte einfach auf die Tour vergessen und war irgendwo sonst", spielt der Gesuchte den Vorfall später herunter. Regisseur Guillaume Nicloux inspirierte er zu dem Film "Die Entführung des Michel Houellebecq"(2014). Der Autor spielt sich darin selbst und offenbart unerwartete komödiantische Fähigkeiten.

Diesmal ist


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