BURN OUT!

Das totale Rauchverbot für Lokale steht unmittelbar bevor. Warum hatte der tödliche Kompromiss so lange Bestand? Ein Ausflug an die Front, zu Verbotsgegnern und nichtmilitanten Befürwortern


REPORTAGE: MATTHIAS DUSINI
Stadtleben | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Es war ein Tod unter Einschluss der Öffentlichkeit. Bevor der Journalist Kurt Kuch am 3. Jänner an den Folgen von Lungenkrebs verstarb, wurde er zum Kronzeugen der Initiative Don’t Smoke. „Zu rauchen war die schlechteste Entscheidung meines Lebens“, sagte Kuch in einem Videoauftritt, den er gemeinsam mit dem behandelnden Arzt, dem Onkologen Hellmut Samonigg, absolvierte. „Die zentrale Botschaft ist schlichtweg – aufhören!“, ergänzte der Arzt die Aussagen seines Patienten, der wusste: Keine Therapie konnte sein Leben retten.

Der Tod des 42-jährigen News-Aufdeckers machte auf eine Situation aufmerksam, die im Jahr 2009 als halbherzige Gesetzesnovellierung begann und sich inzwischen zu einem nationalen Kuriosum entwickelt hat. In Österreich gibt es wie in den meisten Ländern der Welt ein Rauchverbot, allerdings mit Ausnahmen. In kleinen Lokalen und Gaststätten mit räumlich abgegrenzten Zonen darf nach wie vor gepafft werden. Im Ausland gilt die Heimat großer Söhne und Töchter längst als Festung unverbesserlicher Qualmer.

Es hätte nicht der mahnenden Worte Kurt Kuchs bedurft, um deutlich zu machen, dass Rauchen tödlich sein kann. Alle medizinischen Studien belegen die Schäden für aktive und passive Raucher. Deutsche Juristen werten das absichtliche Anblasen inzwischen sogar als Körperverletzung. Die Fakten sind so eindeutig, dass dem Phänomen mit Vernunft nicht beizukommen ist. Ein wenig Feldforschung bringt etwas Klarheit in die austriakische Benebeltheit.

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