Am Apparat Telefonkolumne

Herr Humer, wer kauft denn ein Militärfahrzeug?

Politik | ANRUF: B. NARODOSLAWSKY | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015

Das Heer braucht Geld. Das Auktionshaus Dorotheum hat ihm nun 650 alte Militärfahrzeuge der Marke Pinzgauer abgekauft. 3,6 Millionen Euro seien laut Standard in die Kassen des Bundesheeres gespült worden. Manfred Humer, der im Dorotheum die Sparte "Fahrzeuge" leitet, erklärt den typischen Pinzgauer-Bieter.

Wer kauft heutzutage denn ein Militärfahrzeug wie den Pinzgauer?

Einerseits interessieren sich dafür Menschen, deren Weg nicht auf asphaltierten Straßen endet. Von denen gibt es im alpinen Österreich nicht so wenige -Almwirte, Landwirte, Förster. Andererseits kaufen ihn auch bestimmte Sammlergruppen.

Wer sammelt denn Heeresfahrzeuge?

Das ist nicht so ungewöhnlich. Der eine sammelt gerne Briefmarken, der andere halt Offroad-Pinzgauer. Der Pinzgauer hat mittlerweile Kultstatus, weil er nicht mehr produziert wird. Deshalb ist seine Stückzahl begrenzt. Es haben sich dadurch Liebhaberkreise gebildet, eigene Pinzgauer-Communitys.

Wie viel kostet denn ein Pinzgauer?

Das hängt vom Typ ab; es gibt den Zweiachser-Plane, den Dreiachser-Plane und den geschlossenen Dreiachser. Die erzielen unterschiedliche Preise. Die Erfahrung zeigt, dass Kunden - je nach Type -zwischen 5000 und 15.000 Euro pro Stück ausgeben.

Der Standard berichtet, das Heer habe einige Fahrzeuge verkauft ,die "in sehr schlechtem Zustand" sind.

Nein, die Pinzgauer waren bis zum Schluss im Einsatz und sind sofort fahrbereit. Man braucht also nur einzusteigen, zu starten und wegzufahren.

Hat das Dorotheum denn überhaupt Platz für 650 Pinzgauer?

Ja, das haben wir uns schon vor dem Kauf der Flotte überlegt. Momentan stehen die Fahrzeuge noch in den Kasernen, aber es gibt bereits ein Abholdatum, und wir werden die Pinzgauer zeitnah bei uns zwischenlagern. Bereits am Mittwoch versteigern wir die ersten zwölf Stück in Traun.


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