Innovation und Risiko

Der Soziologe Ulrich Beck war ungemein produktiv und präsent und prägte den Zeitgeist des Post-Frankfurter Schulpersonals

NACHRUF: ALFRED NOLL | Politik | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015

Vor gut einem Vierteljahrhundert brachte Ulrich Beck mit seiner "Risikogesellschaft" den Zeitgeist zum Tanzen. Schwungvoll, fast ohne Anleihen bei den soziologischen Autoritäten, sprang er in den Gärungsprozess von Interessen und Argumenten und ließ uns alle auftauchen mit der verkündeten Gewissheit, wir alle besäßen nur noch "Nichterfahrungen aus zweiter Hand". In eigentümlicher Weise seien wir dadurch alle frei geworden von Verantwortung, die Risikogesellschaft werde uns von denen da oben vorgesetzt, von der Politikprominenz, von den Meinungsführern, von den fachlichen, wirtschaftlichen und amtlichen Autoritäten.

Wir Zuschauer könnten zwar gelegentlich ein bisschen soziale Bewegung spielen, aber im Großen und Ganzen sei nichts mehr zu machen: Das Schlimmste könnten wir vielleicht durch die Stärkung von Selbstkritik abwenden, wenn wir die unvorhersehbaren Folgen unseres Tuns erkennen, aber am Ende würde Individualisierung als Auflösung überkommener Klassen-, Milieu-und Familienbildung

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