Mit einem Flüchtling in der WG: Neue Initiative hilft Asylwerbern

Politik | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015

Warum müssen Menschen, die vor Krieg und Elend flüchten, in Massenquartieren leben? Warum werden sie nicht besser untergebracht? Etwa in WGs oder anderen Privatunterkünften? Das fragten sich im Vorjahr engagierte Menschen in Deutschland und gründeten dort die Initiative "Flüchtlinge Willkommen". Ihr Ziel: Menschen zu finden, die Asylwerber bei sich zu Hause aufnehmen wollen. Ihr Angebot: den Helfern dabei zu helfen.

Seit einer Woche gibt es nun den österreichischen Ableger von "Flüchtlinge Willkommen", gegründet von zwei Studenten, einer Designerin und einem Unternehmensberater. "Der Staat versucht, Integration zu vermeiden, und bringt viele geflüchtete Menschen in abgelegenen Orten unter, in denen sie keine Möglichkeit haben, Kontakt zur österreichischen Gesellschaft aufzubauen", sagt David Zistl, einer der vier Initiatoren in Österreich. "Es geht bei der Initiative vor allem darum, Asylwerber und anerkannte Flüchtlinge in die Gesellschaft zu inkludieren und zu integrieren."

Mit einigen NGOs wie der Diakonie habe man bereits Kontakt aufgenommen, erzählt Zistl, auch eine Zusammenarbeit mit der Caritas sei geplant. Einsetzen will sich die Initiative neben Asylwerbern auch für anerkannte Füchtlinge, subsidiär Schutzberechtigte und für Menschen, die ohne Aufenthaltstitel illegal im Land leben und Hilfe brauchen.

Interessenten hätten sich schon gemeldet, sagt Zistl. Die Initiative will ihnen nun Kontakt zu Flüchtlingen vermitteln, ihnen erklären, welche Schritte zu tun sind, wenn man Flüchtlinge aufnimmt, und wie man über Spenden die Finanzierung sicherstellt, wenn man etwa einem Asylwerber ein WG-Zimmer zur Verfügung stellt.

"Wir wollen aber keine Aufgaben des Staats übernehmen", stellt Zistl klar, "der muss selbst für Verbesserungen in der Flüchtlingsbetreuung sorgen." F

Mehr dazu: fluechtlinge-willkommen.at


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