"Wenn die Menschen heute glauben, keine Proleten zu sein, heißt das noch langenicht, dass sie keine Proleten sind"

Feuilleton | INTERVIEW: GERHARD STÖGER | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015

Eva Jantschitsch alias Gustav interpretiert gemeinsam mit dem Hamburger Musiker Knarf Rellöm die Musik neu, die die Schmetterlinge vor knapp 40 Jahren für die "Proletenpassion" komponiert haben. Am Ende eines langen Probentags im Werk X traf sie den Schmetterling Georg "Schurli" Herrnstadt für den Falter zu einem Gespräch über Musik als Medium des Politischen, die Proleten von heute und die Revolution.

Falter: Herr Herrnstadt, sind Sie mit Gustavs Arbeit vertraut?

Georg "Schurli" Herrnstadt: Das ist eine Bildungslücke, muss ich gestehen. Wir haben einander bisher auch nur einmal bei einer Vorbesprechung getroffen.

Eva Jantschitsch: Du hast uns einen Freibrief gegeben, was mich sehr happy gemacht hat.

Herrnstadt: Ich habe gesagt, die jungen Menschen sollen machen, was sie wollen, weil ich das schlecht fände, wenn wir mit unseren Vorstellungen hineinpfuschen.

Wie ist es umgekehrt, kannten Sie die "Proletenpassion"?

Jantschitsch: Anders als viele Leute in meinem Umfeld, die eher einen proletarischen


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