Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015

Manches ist nicht lustig. Zum Beispiel, wenn sich Falter-IT-Bär Vaclav Habich im Gang versteckt und mit einem lauten "Allahu akbar!" Richtung Portier Josef Egger stürzt. Alle anderen würden erschrecken, aber Josef macht Tai-Chi. Er ruht so in sich selbst, müsste man ihn geografisch verorten, stünde er in der Mitte des Yinund-Yang-Symbols. Streiche wie diese pflegt Josef deshalb bloß mit einem milden Lächeln zu kommentieren.

Manches ist nicht lustig. Zum Beispiel, wenn aus Satire tödlicher Ernst wird. Wie reagieren auf das Attentat auf Charlie Hebdo? Das radikale Satireblatt hätte sich wohl selbst veräppelt. Der Falter reagiert auf seine Art -mit einem inhaltlichen Schwerpunkt, den die halbe Falter-Mannschaft stemmte: Sebastian Fasthuber, Joseph Gepp, Robert Misik, Armin Thurnher, Barbara Tóth und Wolfgang Zwander. Der in Paris lebende Danny Leder und Zeit-Autor Michael Neubauer steuerten externe Expertenmeinungen bei.

Manches ist nicht lustig. Zum Beispiel, wenn man glaubt, jemanden auf humoristische Art zu würdigen, und dann bemerkt, dass das ordentlich danebenging. Leser kritisierten zu Recht die missverständlichen "Nachrichten aus dem Inneren" der letzten Ausgabe. Ingrid Brodnig verlässt den Falter, da gibt es nichts zu lachen. Brodnig wird fehlen. Dem Blatt als eine der besten Medienjournalistinnen des Landes. Der Redaktion als kluge Kollegin und leidenschaftliche Betriebsrätin, die sich für jeden von uns so kämpferisch einsetzte, wie sie es für ihre Themen in den Redaktionssitzungen tat. Wir wünschen ihr alles Liebe!


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