Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015

Pop

Panda Bear: Meets the Grim Reaper

Als 2007 das Soloalbum "Person Pitch" und "Strawberry Jam" von seiner Band Animal Collective erschienen, wurde Noah Lennox alias Panda Bear zum Indiepop-Posterboy. Eigentlich absurd, wo er sich auf psychedelische Klänge und entrückte Gesänge versteht und lieber durch die Natur streift anstatt im Rampenlicht zu stehen. 2015 ist der Zeitgeist weitergezogen -Panda Bear pfeift drauf und legt ein sehr schönes Album vor, das neben Beach Boy Brian Wilson überraschend auch 1990er-Hip-Hop huldigt. (Domino) SF

Jazz

Lumen Drones: Lumen Drones

Ist es Jazz, nur weil es bei ECM erscheint? Das norwegische Trio ist eher als Postrock zu klassifizieren und erinnert dank identer Instrumentierung frappant an The Dirty Three. Geo-Klischees gelten: Statt staubigem Outback gibt es eisige Fjordwinde, statt hoppelnden Kängurus hecheln die Huskys. Harganfiddler Nils Økland entwickelt mit dem Gitarristen Per Steinar Lie die archaischen Drones, Ørjan Haaland trommelt. Hoffentlich machen die drei weiter, diese Einspielung ist mindestens ein kleines Meisterwerk. (ECM) DMK

Klassik

Georg Breinschmid: Double-Brein

Auf gleich zwei CDs mischt der Kontrabassist kongenial Jazz, Folk, Wienerlied, Eigenkompositionen und virtuose Arrangements berühmter klassischer Stücke. So wird eine Arie aus Verdis "Il Trovatore" recht unorthodox in einem Arrangement von Tscho Theissing interpretiert, bei Bach darf auch mal die Zeit still stehen, die groovige "Kopanitsa", ein traditioneller bulgarischer Tanz im 11/8-Takt, ist das Produkt einer wilden Jam Session und "B'soffn in Heanois" eine Hommage an Breinschmids neuen Heimatbezirk. (Preiser) MDA


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