Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Schwarzer Johannisbeersirup

Ein Sirup aus Tirol, der den Launen der Natur geschuldet ist

Stadtleben | MS | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015

Sagen Sie nicht gleich, oh, wie langweilig! Die Schwarze Johannisbeere sorgt nämlich im Fall von Mair' s Beerengarten für eine angenehme Überraschung. Die aromatischen Kügelchen sind zwar lange schon Sympathieträgerinnen auf dem Getränkesektor, das typische Johannisbeeraroma wurde aber vielfach quasi ausgeschlachtet, wodurch man ihrer zum Teil überdrüssig wurde.

Der Geschmack kam oft aufgrund der über die Maßen zugesetzten Ascorbinsäure zu harsch daher, oder die Angelegenheit war einfach zu süß. Im Beerengarten hat man die Sache ernst genommen: Die Johannisbeere hat bloß ihre Form von rund in zähflüssig übersetzt, um sich an ihrem Wesen das ganze Jahr über und allerorts erfreuen zu können. Man verirrt sich im www nicht leicht auf die Website, und sollte man dort doch irrtümlich gelandet sein, könnte man visuell irritiert werden. Das gilt allerdings nicht für die Sirupflaschen. Bei dem schlanken Glasformat stimmt die zurückhaltende Aufmachung mit dem Produkt überein, es geht in Richtung homemade.

Charme hat auch das Understatement, das in der Firmengeschichte mitschwingt: Man hätte von der Christbaumkultur zu Beerenwirtschaft gewechselt und dann, ob der enormen Ernte, zwangsläufig maschinell aufrüsten müssen. Diese Geschichte ist so erzählt, als wäre die Entscheidung den Launen der Natur geschuldet. Bewirtschaftet wird traditionell. Im Winter bekömmlich: Den Johannisbeersaft kann man als Heißgetränk servieren, wenn man das will.


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