Rückkehr des Messias

Er war die große US-Soulhoffnung. Dann kam er vom Weg ab. Jetzt ist D'Angelo mit einem Meisterstück wieder da

Feuilleton | MUSIKKRITIK: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 03/15 vom 14.01.2015

Auf einmal ging alles sehr schnell. Gut 14 Jahre liegt "Voodoo" zurück, das furiose Zweitwerk des New Yorker R'n'B-Sängers D'Angelo. Dank seiner Musikalität, emotionalen Tiefe und der gleichzeitigen Lüsternheit ist es die kompletteste Soulplatte der letzten 20 Jahre.

Der erratische Künstler verkraftete es jedoch nicht, als Sexsymbol gefeiert zu werden. Er zog sich zurück und schien sich, wie leider so viele afroamerikanische Ausnahmemusiker, vom Soulsänger Marvin Gaye bis zum Wu-Tang-Clan-Rapper Ol' Dirty Bastard, in Drogenwahnsinn und Depressionen zu verlieren.

Über ein mögliches Comeback kursierten immer wieder Gerüchte. D'Angelo gab ein paar Konzerte, und von Studiosessions mit Prince und vielen anderen wurde gemunkelt; konkret wurde letztlich aber nie etwas. Doch dann war "Black Messiah" Mitte Dezember 2014 plötzlich da.

Ähnlich wie bei Beyoncés jüngstem Studiowerk zwölf Monate zuvor, geschah es am Ende des Jahres, nachdem alle Jahresbestenlisten gemacht, aber noch nicht


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