Die B-Seite ist noch besser

Robert Wyatt wird 70. Eine Biografie verbeugt sich vor dem genialen britischen Außenseiter der Popmusik

Feuilleton | WÜRDIGUNG: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Wie eine Schallplatte teilt sich das Leben von Robert Wyatt in zwei Abschnitte. Die erste Seite umfasst seine ersten 28 Jahre. Wyatt ist Drummer und ein wilder Hund. Er tritt am liebsten mit nacktem Oberkörper auf, tourt mit der Band Soft Machine als Support von Jimi Hendrix durch die USA und ist ständig umgeben von schönen Frauen.

Seit einem Fenstersturz bei einer Party im Jahr 1973 ist Wyatt von der Hüfte abwärts gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Auf Seite zwei seines Lebens findet er in Alfreda "Alfie" Benge eine treue Gefährtin. Er erfindet sich als Sänger neu und baut aus Jazz, Folk, Rock, World und vielem mehr eine einzigartige Musik. Alfie unterstützt ihn als Texterin und Cover-Illustratorin. Bemerkenswert: Wyatts Platte ist eine der wenigen, deren B-Seite noch besser klingt als die A-Seite.

So lautet die gängige Version der Geschichte. Sie bildet den Rahmen von "Different Every Time", der zu Wyatts 70. Geburtstag erschienenen Biografie von Marcus O'Dair. Das darin gezeichnete


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