TV-Kolumne

Zeit am Schirm

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Die neue ORF-Serie "Vorstadtweiber" (ORF 1, Mo 20.15 Uhr) wirkt auf den ersten Blick wie die Kopie einer US-Produktion. Es geht darin um Frauen der besseren Wiener Gesellschaft, die sich zum Proseccotrinken treffen und ihre Männer betrügen. Man hat solche frustrierten Frauen schon in "Desperate Housewives" gesehen, sogar die Filmmusik erinnert an die Vorlage.

Ist der innere Widerstand gegen die Kopie erst einmal überwunden, machen die Filme durchaus Spaß. Das liegt zum einen an überraschenden Szenen, etwa wenn zwei ekelhafte Geschäftsmänner im Auto Luftgitarre spielen. Oder wenn das prüdeste Weib von allen seinen Gatten beim Masturbieren erwischt. Die Dialoge holpern etwas, und manchmal nervt der erhobene Zeigefinger, der die moralische Verkommenheit anprangert, ein möglicherweise falscher Eindruck. Regisseurin Sabine Derflinger kommt vom Dokumentarfilm. Sie wird schon wissen, welche Geschichten das Leben schrieb.


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