Kolumne Außenpolitik

Chinesische Widersprüche: Aufbruch und eiserne Hand

Falter & Meinung | RAIMUND LÖW | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Wie kann die Kaste der KP ihre Macht behalten, wenn der boomende Staatskapitalismus an seine Grenzen stößt und die alte Ideologie mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun hat? Die Frage überschattet alle Entscheidungen in China, auch wenn sich die hunderten Millionen junger Menschen in den Shoppingmalls, den sozialen Netzwerken oder auf den Bahnhöfen der Städte nie damit beschäftigt haben.

Kaum sonst wo ist der Raubtierkapitalismus so ausgeprägt wie in der Volksrepublik China. Aber Präsident Xi Jinping führt das Land mit roten Fahnen und dem kommunistischen Symbol von Hammer und Sichel. Der Widerspruch wurde übertüncht, weil der rasante wirtschaftliche Aufstieg hunderten Millionen in kürzerer Zeit ein besseres Leben bescherte als je zuvor in der Geschichte. Jetzt kommt der Klassenkampf, weil das Tempo der Entwicklung viele ehemalige Wanderarbeiter abhängt. Mit der Vielzahl lautstark vertretener Interessen tun sich die Regierenden schwer.

Als Neuankömmling unter Pekings Korrespondenten


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