Stadtrand Urbanismuskolumne

Die späten Freuden des Alltags

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Die Ersten haben ja schon am 26. Dezember geknutet (und man fragte sich, weshalb die Leute überhaupt einen Christbaum kaufen, wenn sie ihn so schnell wieder loswerden wollen). Woanders sieht man noch Mitte Jänner Weihnachtsschmuck an den Fenstern. Der Sturm trieb das trockene Grünzeug von den Christbaumsammelstellen durch die winterlichen Gassen, und man kann sagen: Weihnachten ist im Großen und Ganzen vorbei.

Man nagt lustlos an selbstgefertigtem Saisongebäck und überlegt, was sich aus trockenem Christstollen so alles zaubern ließe (verwirft aber ambitionierte Pläne). Sogar die sonst so beliebten Mandarinen bleiben ungeschält im Obstkorb liegen. Walnüsse knacken ist was für den Advent. Und dann entdeckt man auch noch ganz hinten im Regal eine prall gefüllte Blechdose mit Bärentatzen; einer Spezialität, die einem eine gute Freundin mit dem Hinweis "die müssen noch ein bisschen lagern" zugesteckt hat. Jetzt sind die Schokodinger herrlich mürbe. Was soll's: Nach dem Fest ist vor dem Fest und weg damit. Am besten mit Vanilleeis.

Christopher Wurmdobler hat noch Weihnachtskekse übrig


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