Die zornigen jungen Männer auf der Suche nach Status, Sinn und Beute

Kein Geld, keine Ehefrauen, keine Zukunft: Was junge Muslime radikalisiert

Politik | ESSAY: KARIN KNEISSL | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Eine Hochzeit kann ich mir nicht leisten, und eine Ehe schon gar nicht", erklärten mir Studenten, die ich in Kairo und Beirut unterrichtete. Das war vor rund 15 Jahren, doch ich maß jenen Aussagen damals keine Bedeutung bei. Ich übersah die Rolle des Ehestands für die Begegnung von Mann und Frau in der arabischen Gesellschaft.

Dies gilt für Muslime und Christen gleichermaßen. Selbstverständlich auch für die Türkei und den Iran, wo Anbahnungsportale für Ehen seit Jahren florieren.

Die Vermittlung von Bräuten für Dschihadisten, ob nun aus Europa oder Tunesien, entwickelt sich als zusehends erfolgreiche Schiene des Kalifats in der Levante. Zudem werden Mädchen entführt, ermordet und vergewaltigt, heute durch Boko Haram in Nigeria - gestern, nur zur Erinnerung, durch Wikinger und Landsknechte in Europa -und morgen durch überschüssige Männer in China.

Im Iran treffen Männer und Frauen zumindest in den Verkehrsstaus aufeinander, wo Codes entwickelt wurden, mit denen ein Flirt von


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