Kommentar Saudis & Grüne

Es gibt keinen Grund, das Abdullah-Zentrum zu schließen

Falter & Meinung | WOLFGANG ZWANDER | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Wien lebt seit langem sehr gut damit, dass es der Boden ist, auf dem sich Mächtige aus aller Welt treffen, um offen und vertraulich über gemeinsame Probleme zu sprechen. Vor 200 Jahren beendeten Politiker die napoleonische Kriegsära auf dem Wiener Kongress, im Kalten Krieg war Wien ein Treffpunkt für Agenten aus Ost und West, und auch unter Terroristen und Mafiosi gilt Wien oft als Ort, an dem die Waffen tunlichst schweigen sollen.

Dass Uno, Opec und Co ihre Hauptsitze im kleinen Österreich haben, hat auch mit dieser Tradition zu tun. Man kann Hinterzimmerabsprachen der Mächtigen grundsätzlich kritisieren, man sollte aber auch sehen: Wenn geredet wird, wird meistens nicht gekämpft.

Im Zeichen dieser politischen Formel ist auch die aktuelle Diskussion um das sogenannte Abdullah-Zentrum am Schottenring zu sehen (siehe auch Seite 14). Das von Saudi-Arabien gesponserte Dialogzentrum für Religionen, das als internationale Organisation firmiert und an dem noch Österreich, Spanien und


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