Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Pop

Cerrone: The Best of Cerrone Productions

Der Franzose mit dem Faible für nackte Frauen auf dem Cover zählt zu den herausragenden Disco-Produzenten der 1970er, was hier in gleich 38 Stücken durchdekliniert wird. Neben Soloarbeiten sind auch Bandprojekte vertreten, Remixe und So-lala-Stück aus den 1980ern; als Bonus covert Beth Ditto (Gossip) das Meisterwerk "Supernature". In Dosen genossen ist das zeitlos große Partymusik, am Stück gehört wird es etwas käsig. Schade auch, dass die teils viertelstündigen Epen nur in Kurzversionen vertreten sind. (Because) GS

Pop

Siskiyou: Nervous

Haben Arcade Fire der Disco den Rücken gekehrt und sich auf ihre Wurzeln als Marschkapelle im Zeichen der Folkrock-Weltumarmung besonnen? Nein, aber das Quartett Siskiyou, ebenfalls in Kanada daheim, beackert auf seinem abwechslungsreichen dritten Album durchaus ähnliches Terrain wie die berühmten Kollegen. Weniger Folkrock und Lo-Fi als zuvor, lautet die Devise, dafür mehr Pop, mehr Zärtlichkeit, Sanftmut und Schwelgerei, dabei aber immer noch reichlich Dramatik und aufwühlende Emotionalität. (Constellation) GS

Klassik

Sokolov: The Salzburg Recital

Aufnahmen mit Grigory Sokolov sind eine Seltenheit. Ins Studio geht der Pianist nicht, daher existieren nur Konzertmitschnitte. Aus dem Augenblick für die Ewigkeit sozusagen. Jener der Salzburger Festspiele 2008 ist nun als Doppel-CD erschienen, mit zwei Mozart-Sonaten, den 24 Préludes von Chopin und sämtlichen Zugaben von Skrjabin bis Bach. Wieder erweist sich Sokolov als Meister der musikalischen Stimmungen, mit einer Anschlagskultur und einem Klangsinn, die in der Klavierwelt einzigartig sind. (DG) MDA


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