Fellner vs. Falter Der Österreich-Herausgeber will kein "Tunichtgut" sein

Falter & Meinung | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Wenn es um Spott und Beleidigungsschutz geht, darf Wolfgang Fellner, Doyen des Satireblattes Österreich, nicht fehlen.

Wir hatten ihn zum Dolm der Woche geadelt, weil auf der Website oe24.at eine Fotomontage erschienen war, die den Kopf von Ernst Strasser auf dem Körper Josef Fritzls zeigte. Und jetzt ist er beleidigt. Der Fellner, nicht der Strasser.

Wir machten ihn nämlich für die Montage verantwortlich, obwohl er es nach seinem Bekunden gar nicht gewesen sein will. Sein Medienanwalt Peter Zöchbauer brachte deshalb eine Klage ein, Gesamtstreitwert 49.000 Euro.

Fellner will nicht länger als "Tunichtgut" und "Boulevard-Wolfi" bezeichnet werden. Denn die Wahrheit nach Fellner lautet so: Nicht er hat die Fotomontage zu verantworten, sondern ein kleiner Mitarbeiter habe dies "ohne mein Zutun" getan. Im Übrigen sei ja nicht einmal geklärt, ob es nicht ein Sujetbild war, auf das Strassers Kopf montiert worden sei - so wie einst Fritzls Antlitz.

Wie auch immer: Nicht nur mit dem Grafiker hat Fellner nichts zu tun, auch oe24.at, das Onlineportal seiner Tageszeitung Österreich, betreue er nicht. Redaktionell agiere es unabhängig von ihm.

Der Falter jedenfalls hat eine Gegenschrift verfasst. In Kürze beginnt der Showdown vor dem Handelsgericht. Bis dahin unterlassen wir es, zu behaupten, Wolfgang Fellner sei ein Dolm.


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