Pressekolumne

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Medien | BARBARA TÓTH | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Guten Boulevard will Wolfgang Fellner immer machen. Fein. Aber warum erscheinen in Österreich dann so abwegige Geschichten wie jene über den bekannten Wiener Menschenrechtsanwalt Lennart Binder, der nun, Skandal! Skandal! auch "terrorverdächtige Austro-Dschihadisten" wie Mirsad Omerovic vertritt, und das, obwohl oder weil er gleichzeitig (der Zusammenhang erschloss sich nicht) der Schwager von Bundespräsident Heinz Fischer ist?

Das sei eine "schiefe Optik", urteilte Österreich letzte Woche. Warum? Haben Terroristen kein Recht auf einen erfahrenen Anwalt? Warum soll ein Anwalt keine juristisch interessanten - weil noch nicht ausjudizierten -Causen übernehmen? Und was hat das alles bitte mit Binders Verwandtschaft zum Bundespräsidenten zu tun? Immerhin machte sich Österreich diesmal die Mühe, Binder selbst anzurufen. "Ich halte diese Frage für niederträchtig", sagte der Anwalt. Und damit hat er absolut recht.


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