Theater Kritiken

Ein Geschichtsparcours, der Rätsel hinterlässt

VERONIKA KRENN | Lexikon | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Auf dem Bahnhof der Geschichte von "Unter Tage - Goodbye Europe II" stranden Aus-der-Zeit-Gefallene: Erich Honecker sucht seinen Platz, eine Heiner-Müller-Marionette im Gepäck, auch Rosa Luxemburg und der Humanist Thomas Morus sind dabei. Drei Schauspieler lassen Figuren der Geschichte nicht ohne Ironie plastisch werden, ein wundersames Wesen mit übergroßer Maske tänzelt durch die Zeiten und kommentiert mit pointierter Zunge. Das allein schafft Kontinuität. Bärbel Strehlaus Stück schwenkt vom Festakt zum 40. Jahrestag der DDR-Gründung (1989) an die Front des Ersten Weltkriegs, auch Krisen der Gegenwart werden gestreift. Die Zusammenhänge aber bleiben allzu lose, Fokussierung täte not. Bei den anschließenden Expertengesprächen ist am 23.1. Falter-Politikchefin Barbara Tóth zu Gast.

Nestroyhof, Fr, Sa, Mi, Do 19.30 (bis 31.1.)

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FALTER 49/18

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