Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (198)

Stadtleben | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Darf man, möchte Frau J. wissen, jemanden überholen, der im Supermarkt "sehr, sehr langsam" auf die einzige offene Kassa zugeht?

Vor der Supermarktkassa werden wir hierzulande zu Tieren. Da wird geschubst und gedrängelt, und mit dem Wagerl werden unliebsame Personen beiseitegeschoben. Der Ruf "Zweite Kassa, bitte!" wird laut, sobald mehr als drei Kunden in der Warteschlange stehen. Da ist es nicht verwunderlich, dass Sie, liebe Frau J., auf dem Weg zum Bezahlen gerne einen Sprint hinlegen würden. Schließlich wartet niemand gerne unnötig. Dennoch klingt in Ihrer Frage eine Unsicherheit mit, und hier kommt die Antwort: Natürlich gilt das Gesetz "Wer zuerst kommt, zahlt zuerst". Aber. Jemandem, der vielleicht körperlich nicht (mehr) so fit ist, den Platz in der Kassaschlange wegzuschnappen, entbehrt jeglicher Supermarktetikette. Zweite Kassa, bitte!

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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