Beisl Der steirische Gourmet

Die trügerische Wärme

Steiermark | RESTAURANTKRITIK: GÜNTER EICHBERGER | aus FALTER 04/15 vom 21.01.2015

Man tritt in eine Gewürzwolke ein. Das Masala, laut Eigenwerbung das "größte indische Restaurant der Steiermark", hat umgebaut und sein Speisenangebot erweitert.

Ein Monitor zeigt einen offenen Kamin, der virtuelle Wärme spendet. Und auch sonst wirkt hier manches irritierend unecht. Die nur noch dekorative Buddhastatue im Eck, der glitzernde Schriftzug "Live" im Speisesaal, die zweifelhafte Ethnopop-Musiktapete.

Das indische "Cobra"-Bier (das Fläschchen €3,80) schmeckt dünn wie Heineken. Das Papadam aber ist eindeutig Papadam, ein knuspriger Fladen aus Linsenmehl.

Wer sich unter dem "Veggie Starter Mix" ( € 7,50) eine Auswahl aus dem recht appetitlich wirkenden Buffet vorgestellt hat, wird enttäuscht. Es gibt nur fad frittiertes Gemüse. Das Thali Dhaba Style ( € 9,90) kommt in einer Art Krankenhausgeschirr.

Diese Assoziation verschwindet allerdings dann sofort, wenn das Hühnercurry seine volle Würze entfaltet. Auch das Garlic mit Lamm (€ 10,50) besticht durch eine klassische Knoblauch-Curry-Sauce.

Resümee: Hier werden Erwartungen nicht enttäuscht, aber auch nicht übertroffen. Wenn sich einem das Ambiente nicht auf die Geschmacksnerven schlägt, lassen sich die vergleichsweise günstigen Speisen durchaus genießen.

Masala

Grazbachgasse 35,8010 Graz, Tel. 0316/69 54 59, Mo-Do 11.30-21.30, Fr 11.30-22.30, Sa 17.30-21.30 Uhr


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