"Gruber geht", der Film: glatte Inszenierung, großartige Dylan-Songs

Feuilleton | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 05/15 vom 28.01.2015

Gruber der Name, John Gruber. Er hasst das Leben auf dem Land, findet Berlin total scheiße, und die Schweiz, die ist überhaupt das Allerletzte. Gruber ist ein echter Wiener. Allerdings kein Hackler aus dem Gemeindebau, sondern ein Prolo zeitgenössischen Zuschnitts: Job in der Werbebranche, blitzblank gepflegter Sportwagen, ein Single, der sich auskennt mit Whisky, mit Bob Dylan und mit den Frauen.

Kurz gefasst, Gruber ist ein bissl ein Macho und ein ziemliches Arschloch, aber sicher gibt's Schlimmere als ihn. Zumal der Film "Gruber geht" seine Titelfigur, kaum dass sie einmal vorgestellt wurde, auch sofort gehörig unter Druck setzt.

Zuerst muss Johnny zum 60. Geburtstag der Mama aufs Land fahren. Dann fliegt er nach Zürich, wo er mit dem Auftrag irgendwelcher beschissenen Schweizer auch gleich seinen Job verliert. Und schließlich ist da noch dieser Brief vom Krankenhaus, den er seit Wochen ungeöffnet mit sich herumträgt. Gruber ist also auch ein bissl ein Weh.

Vermutlich ist der grundsympathische


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