Kolumne Außenpolitik

Saudi-Arabien: Reformen sind nötig, aber nicht zu erwarten

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 05/15 vom 28.01.2015

Ist Saudi-Arabien Teil der Lösung oder Teil des Problems im Nahen Osten? Wenn man die Nachrufe auf den verstorbenen saudischen König Abdullah liest, könnte man meinen, ein Reformer und zuverlässiger Partner des Westens sei gestorben und sein Nachfolger Salman werde die Modernisierung des Landes weiterführen.

Die Realität ist viel widersprüchlicher: Saudi-Arabien ist ein reaktionärer Fels in den Umwälzungen der arabischen Welt und gleichzeitig ein Nährboden für radikale Islamisten. Es ist kein Anker der Stabilität, sondern eine Quelle der Instabilität. Jetzt steht das Land, das sich in den 1950er-Jahren als prowestliche Alternative zum sozialistischen panarabischen Nationalismus Nassers etablierte, an einem Scheideweg.

Abdullah galt als Reformer, weil er viele Milliarden Dollar für Wohnbau und Bildungseinrichtungen ausgegeben hat, um die revolutionäre Stimmung fernzuhalten, die andere arabische Despoten hinweggefegt hat. Die Saudis haben sich gegen den Sturz Mubaraks in Ägypten


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