Theater Kritiken

Trauer lässt sich nicht durch zwei teilen

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 05/15 vom 28.01.2015

Ein ehemaliges Paar trifft sich nach zehn Jahren am Grab des Sohnes wieder. Während sie den Verlust nicht verkraften kann, hat er woanders ein neues Leben begonnen. "Gift. Eine Ehegeschichte" von der Niederländerin Lot Vekemans ist eigentlich ein starker, hochkonzentrierter Text, der am Volkstheater trotzdem nicht so ganz zu berühren vermag. Michael Schottenbergs Inszenierung fehlt es an Konsequenz. Während Günter Franzmeier sich im Spiel seiner Partnerin zuwendet, spielt Andrea Eckert vor allem ins Publikum. So verliert sich das Bühnenpaar, das durch den gemeinsamen Verlust einander verloren hat, auch als Schauspielerpaar. Dabei würde Hans Kudlichs schlichtes Bühnenbild, ein blendend weißer Wartesaal, genug Raum geben, von einer Trauer zu erzählen, die sich nicht durch zwei teilen lässt.

Volkstheater, Sa, Do 19.30, So 15.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige