Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Zehn Zeittafeln für 176 bewegte Jahre im "Grauen Haus"

Politik | WOLFGANG ZWANDER | aus FALTER 05/15 vom 28.01.2015

In seinem Buch "Eine Reise in das Innere von Wien" führt Gerhard Roth ins Landesgericht für Strafsachen Wien, in den alten "Schafottraum", in dem die Nazis zwischen 1938 und 1945 mehr als 1200 Menschen hinrichten ließen. Es war das dunkelste Kapitel in der Geschichte des "Grauen Hauses", wie das Justizzentrum auch genannt wird.

1839 zog das Wiener Kriminalgericht in das Gebäude an der Alser Straße; seit damals arbeiteten die Richter und Mitarbeiter des Hauses unter verschiedensten politischen Systemen: Monarchie, Republik, Diktatur, Nazi-Diktatur und wieder Republik.

Um dieser bewegten, vielfach tragischen, aber auch hoffnungsfrohen Geschichte Ausdruck zu verleihen, wurden nun zehn Zeittafeln am Landesgericht angebracht. Landesgerichtspräsident Friedrich Forsthuber sagte: "Die Zeittafeln sollen dem Betrachter helfen, die wichtige gesellschaftspolitische Dimension des Strafrechts zu erfassen."


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