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Wie, warum und auf welchen Routen bewegen sich Menschen nach Wien und aus Wien heraus? Und welche Spuren hinterlassen sie dabei? Zwei Künstler erforschen das

Stadtleben | TEXT: SIBYLLE HAMANN | aus FALTER 05/15 vom 28.01.2015

Man stelle sich Wien einmal aus der Satellitenperspektive vor. Alle Menschen, die in der Stadt leben und/oder arbeiten, tragen einen kleinen leuchtenden Punkt am Körper. Von ganz weit oben kann man nun auf die Punkte hinunterschauen. Beobachten, wie sie sich bewegen -hinein in die Stadt, hinaus aus der Stadt, immer weiter hinaus aus der Stadt, bis nach Guntramsdorf, Oberwart, Sarajevo oder Plovdiv und wieder retour, morgens, mittags, spätabends oder knapp vor Sonnenaufgang.

Viele Menschen ziehen mit ihren Fahrten Linien, die sich in regelmäßigen Zeitabständen wiederholen. Sie pendeln täglich, wöchentlich oder auch nur jedes Jahr in den Sommerferien. Sie arbeiten, verdienen Geld, versorgen ihre Kinder, Nachbarn, kranken Großtanten, treffen Geschäftspartner und verflossene Lieben, nehmen an Partys und Begräbnissen teil, pflegen Beziehungen an mehreren Orten. Sie stellen damit gleichzeitig Beziehungen zwischen Wien und tausenden anderen Orten in Europa her. Und sie hinterlassen auf


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