Phettbergs Predigtdienst

Nie wieder werd ich in ein Kino gehen

Falter & Meinung | aus FALTER 05/15 vom 28.01.2015

Von zwei Sirs umsorgt (Aram und eze) freute ich mich auf den Kinofilm "Ich seh, ich seh" von Franz & Fiala im Künstlerhauskino. Vor allem auf die Zwillinge Elias und Lukas Schwarz, die ihr Ich in Gestalt ihrer einbandagierten Mama suchen. Auf den ersten Blick dachte ich, dass das ein Film gegen Schönheitsoperationen sei. Doch dann merkte ich, dass Veronika Franz die Gattin von Ulrich Seidl ist. Plötzlich war ich mir gar nicht mehr sicher, ob denn die Mama nicht zuerst Drillinge geboren hatte; jedenfalls, die beiden Achtjährigen, Lukas und Elias, sind so beweglich und höchst intelligent, und ich bin mein ganzes Leben lang ein ewig Alleiniger.

Als der Film endlich zu Ende war, saßen eh nur mehr fünf Leute im Publikum. Und auf die ließ ich meinen Zorn los und schrie: "So ein Scheißfilm, so ein Scheißfilm, so ein Scheißfilm! Alarm, Alarm, Alarm." Hat die Schönheitsmafia Franz &Fiala erpresst, dass der Film so aussieht, als wenn es sich um einen Hitchcock-Aberwitz mit Mesner und Pfarrer handle? Kakerlaken ohne Zahl bevölkern "Ich seh, ich seh", danach muss das Haus samt gefesselter Mama abbrennen: Nie wieder werd ich in ein Kino gehen! Was ich geträumt hab und was Ö1 sagte, hab ich vergessen. Ich bin wieder einmal am Ende, denn ich wollte anrühren, dass ich "Ich seh, ich seh" als total seidelig empfinde, doch Sir eze schreibt mir nicht auf, was ich will!

Kaum erklettere ich einen Vorsatz, werd ich sofort Lügen gestraft! Am Freitag war nämlich John Malkovich in Ö1 bei Renata Schmidtkunz "Im Gespräch" zu Gast. In der Oper von Lissabon stellt er Giacomo Casanova in einem orgiastischen, großen Kinofilm von Michael Sturminger dar: Ich muss "Casanova Variations" sehen, sonst sterbe ich auf der Stelle.

Malkovich berichtete auch von einem wunderbaren Erlebnis mit Faeries. Ein Freund sei gebeten worden, ein Faeries-Pärchen zu trauen. Der Mann bekam das Essen von seiner Frau in einen Käfig hineinserviert. Er war Wolf und sie war Hausfrau.

Nun folgt meine Rezension des dritten Sonntags im Jahreskreis, Lesejahr B, Evangelium nach Markus 1,14-20: "Ich werde euch zu Menschenfischern machen." John Malkovich und die Radical Faeries folgen de facto auch Jesus Menschenfischen.

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