Ein Hauch von Dschihad in der Wachau

Islamistischer Schläfer oder gewiefter Kriegsflüchtling? Ein bizarrer Prozessauftakt gegen Magomed Z.

Politik | PROZESSBERICHT: BARBARA TÓTH | aus FALTER 05/15 vom 28.01.2015

Aoamer Bua", sagt einer der martialisch ausstaffierten Polizisten leise , die den Angeklagten Magomed Z. während seines ersten langen Prozess tages bewachen mussten, mit schusssicherer Weste, der Glock im Halfter am Oberschenkel , Sturmmaske und Handschuhen. Jeweils zu viert umringten sie vergangenen Donnerstag im Landesgericht Krems den 30-jährigen Tschetschenen, sobald er aufstehen durfte.

Nein, wie der Schläfer einer islamistischen Terrororganisation, als den ihn die Staatsanwältin mit hastigen Sätzen charakterisierte, wirkt der Asylwerber Z. tatsächlich nicht. Nach 40 Tagen Hungerstreik abgemagert, ohne imposanten Rauschebart, dafür mit brav ins Gesicht gekämmten Haaren und schwerer Brille erinnert er eher an den belächelten Außenseiter, als der er sich während der stundenlangen Einvernahmen mit ruhiger und gefasster Stimme immer wieder darstellen wird. Z. ist von Geburt an stark kurzsichtig. Ohne Brille beträgt sein Sehvermögen weniger als zwei Prozent, mit Brille auf seinem


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