Stadtrand Urbanismuskolumne

Ein echter Dachlawiner geht nicht runter

Stadtleben | aus FALTER 05/15 vom 28.01.2015

Nein, es ist nicht so schön, von einer Dachlawine getroffen zu werden. Schnee im Gnack ist fies. Und wenn vom sechsten Stock eine Eisplatte auf den Gehsteig kracht, sollte man besser nicht dort sein. Weshalb gegen die meist rot-weißen Metallstangen nichts einzuwenden ist, die eifrige Hausbesorger und nicht weniger eifrige Facilitymanagement-Fachbetriebe wieder an dafür vorgesehene Ösen in Wiener Fassaden angebracht haben. Allerdings, und das ist das Problem, kann man sich auf den mit den Stangen einhergehenden Warnhinweis "Vorsicht Dachlawine" nicht immer verlassen. Eigentlich nie. Und wahrscheinlich wäre man direkt an der Hauswand gehend vor möglichen Dachlawinenabgängen geschützter als dort, wo man wegen der angelehnten Warnstangen gehen muss. Plus: Viele der Stangen werden noch stehen, wenn schon die ersten Krokusse blühen. Gibt es eigentlich Statistiken darüber, wie viele Menschen in dieser Stadt von Dachlawinen ernsthaft verletzt wurden? Und wie viele Wienerinnen und Wiener sich etwas gebrochen haben, weil sie über die Lawinenstange gefallen sind? F


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