Die Schrauben nochmals anziehen

Lexikon | Tiz Schaffer | aus FALTER 05/15 vom 28.01.2015

Mit drei Ausstellungen startet das Grazer Künstlerhaus ins neue Jahr - es gilt schließlich noch einiges zu erreichen

Seit 2013 leitet Sandro Droschl das Grazer Künstlerhause. Bei der Bilanzierung Ende letzten Jahres klopfte ihm Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) auf die Schultern -Droschls Vertrag wurde verlängert, er wird auch 2016 und 2017 an den Hebeln sitzen.

Ein Ziel, das sich Droschl gesteckt hatte, wurde -den Zahlen nach - schon erreicht: heimische, noch weniger bekannte Künstler mit einer internationalen Szene kurzzuschließen. 2014 waren Arbeiten von über 60 internationalen Künstlern und mehr als 120 österreichischen Künstlern zu sehen - rund 110 davon waren Steirer. Bewundert wurden die Arbeiten von 13.500 Besuchern, um fast acht Prozent mehr als 2013.

Aber man will mehr. Deshalb wurden die Öffnungszeiten verlängert und die Eintrittspreise leicht gesenkt. Und um das Künstlerhaus als "überregional profilierte Institution für neue Gegenwartskunst" zu positionieren, sollen nicht zuletzt die künstlerischen Eigenproduktionen sowie die begleitenden Publikationstätigkeiten erhöht werden. Es gibt also viel zu tun, das Künstlerhaus packt es mit drei zeitgleich stattfindenden Ausstellungseröffnungen an.

Im Rahmen des Ausstellungsformats "Starting from Hystyria" wird die in Graz lebende Künstlerin Zita Oberwalder, die 2014 den Outstanding Artist Award erhielt, fotografische Arbeiten zeigen. "kill your darlings" dokumentiert Orte, die nicht zuletzt ein Produkt der Globalisierung sind - etwa Flughäfen, Flüchtlingslager oder Hotelketten. Der deutsche Künstler Florian Hecker, im Kunstbetrieb kein Unbekannter, nimmt mit einer Soundinstallation Bezug auf ein Werk des 2011 verstorbenen US-amerikanischen Bildhauers John McCracken, auf seine monochromen "Planken" - eine Übung in Sinnesschärfung. Und mit ihrem Langzeitprojekt "MIRA, Study for a Portrait" - eine Videoinstallation, Fotound Lithografien - arbeitet die in Novi Sad geborene Künstlerin Jelena Juresa in subtilen Bildern eine Familiengeschichte im ehemaligen Jugoslawien auf.

Künstlerhaus, Graz, Fr 18.00 (Eröffnung)


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