Gestrandet im Paradies

Die vielschichtige Schau "Elsewhere" im Offspace Franz Josefs Kai 3 dreht sich um Inseln und Isolation

Feuilleton | Ausstellungskritik: Nicole Scheyerer | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Das neue Millennium hat in Kiribati begonnen. Wer am Silvesterabend 1999 als Erster weltweit auf das neue Jahrtausend anstoßen wollte, der besuchte diese Inselrepublik zwischen Hawaii und Australien. Den zeitlichen Vorsprung verdankte Kiribati nicht bloß seiner Lage, sondern auch einer Verschiebung der Internationalen Datumsgrenze. Damit sollten alle drei Inselgruppen des Staats denselben Kalendertag haben.

Aber wie war es möglich, die Grenze zwischen heute und morgen einfach zu verlegen? Die mexikanische Künstlerin Julieta Aranda faszinierte diese Entscheidung einer von Armut und Klimawandel gebeutelten Inselrepublik, weil sie die Relativität unseres linearen Zeitbegriffs deutlich mache. In der Gruppenschau "Elsewhere" im Kunstraum Franz Josefs Kai 3 stellt sie mit Ziegelsteinen die nun um Kiribati pilzförmig ausgebuchtete Datumsgrenze nach.

"Observations on Islands" heißt die von der Mak-Kuratorin Marlies Wirth und dem Künstler Andreas Duscha gestaltete Ausstellung im Untertitel.


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