Das süße Leben der anderen

Paolo Virzìs neuer Film "Die süße Gier" ist eine freundliche Ermunterung zum Klassenkampf

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

La dolce vita floriert, so lange die einen das süße Leben der anderen bezahlen. Manchmal auch mit ihrem Leben. Wie der Radfahrer, der eines Nachts kurz vor Weihnachten von einem schweren Geländewagen von der Straße gedrängt wird und sterbend im Graben liegen bleibt. Rund um diesen Fall von Fahrerflucht entwirft Regisseur Paolo Virzì in seinem neuen Film ein Sittenbild der italienischen Gesellschaft. "Die süße Gier" (Original: "Il capitale umano") ist eine freundliche Einladung zum Klassenkampf.

Als Vorlage dient ein Roman noir des US-Autors Stephen Amidon. Statt in Connecticut spielt die Geschichte nun in der Lombardei, und statt auf Chronologie setzt der Film auf kaleidoskopartiges Erzählen. Er verschachtelt die Ereignisse in drei Kapiteln (plus Epilog), die immer wieder zu der Nacht des Unfalls zurückkehren und nach der jeweils handelnden Hauptperson benannt sind: Dino, Carla, Serena.

Dino Ossola ist Immobilienmakler. Serena, seine Tochter, ist mit Massimiliano liiert, dem Sohn


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