Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen(200)

Stadtleben | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Frau Ö. steht ein Friseurbesuch ins Haus, aber sie ist nicht mehr zum Haarewaschen gekommen. Nun möchte sie wissen, ob es okay ist, mit fettigem Haar zum Friseur zu gehen.

Bei allem Respekt, werte Frau Ö., aber mit fettigem Haar beim Friseur zu erscheinen ist ungefähr so grindig, wie mit ungeputzten Zähnen beim Zahnarzt oder ungeduscht zur Massage anzutanzen. Klar kann man damit argumentieren, dass einem der Friseur ohnehin erst den Kopf wäscht, ehe er seine Arbeit verrichtet, aber wie kommt der arme Teufel, die arme Teufelin eigentlich dazu, sich die Finger befetten zu müssen? Und ist es nicht auch eine Frage der Wertschätzung, die Dienstleister eben nicht mit einer ungewaschenen Birne zu behelligen? Abgesehen davon, dass jeglicher Entspannungseffekt einer professionellen Kopfmassage flöten geht, wenn diese mit spitzen, gummibehandschuhten Fingern ausgeführt wird.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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