Kunst wie vom Bäcker

Die Kunstsammlung der EVN ist 20 Jahre alt. Performance-Pionier Franz Erhard Walther gratulierte in der Secession mit einer Werkvorführung

Feuilleton | Reportage: Nicole Scheyerer | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Das ockerfarbene Stück Stoff sieht wie ein Umhang aus. Ein bisschen lang vielleicht. Gefärbte Baumwolle. Soll man den Überwurf um die Schultern legen? Schließlich handelt es sich um eine Arbeit von Franz Erhard Walther, der für seine benützbaren Skulpturen bekannt geworden ist. In der Secession letzte Woche legt das Cape niemand an.

Der Künstler, ein netter alter Herr mit kariertem Hemd, bietet vor dem zahlreichen Publikum eine "Ausstellung für einen Abend". Anlass ist der Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Kunstsammlung des niederösterreichischen Stromversorgers EVN, zu der mehrere Walther-Werke gehören.

Lange vor Franz Wests "Passstücken" und Erwin Wurms "One Minute Sculptures" hat der 1939 geborene Performance-Pionier den Skulpturbegriff neu definiert. Wie er als Düsseldorfer Malereistudent Anfang der 1960er-Jahre auf die Idee kam, Kunst zum Anfassen zu machen, erzählt Walther zunächst im Gespräch mit seinem Künstlerkollegen Andreas Reiter Raabe.

"Das ist Kunst? Aber


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