Der Mann, der JFK in den Himmel hob

Norman Mailers so berühmte wie erfolgreiche Geschichte über den US-Präsidentschaftskandidaten John F. Kennedy ist nun neu erschienen

Politik | Rezension: Julia Kospach | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Später sagte Norman Mailer über seine berühmte Reportage über John F. Kennedy, er habe sie nicht in der Hoffnung geschrieben, "zufällig auf die Realität zu stoßen, indem ich aufrichtig genug war, sie wahrzunehmen", sondern - im Gegenteil - er habe mit ihr "die Realität verzerrt" und "einen Akt der Propaganda betrieben".

Mailer wollte unbedingt, dass John F. Kennedy aus dem Präsidentschaftswahlkampf 1960 als Sieger gegen Richard Nixon hervorging. Er glaubte, dass sich die Amerikaner nach der Stagnation und stumpfen Freudlosigkeit von acht Eisenhower-Jahren tief in ihrem Inneren nach einem Wandel sehnten und JFK wählen würden, wenn man sie nur auf den Geschmack und die Idee brächte. Und genau darauf hatte er seine Reportage "Superman Comes to the Supermarket", die drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl im Herbst 1960 im Esquire erschien, angelegt.

"Change": Schon damals, vor über einem halben Jahrhundert, gab es bereits einmal eine solche Welle der Hoffnung auf "Change", die


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige