Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt: der neue Geiger-Roman

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 06/15 vom 04.02.2015

Im dreiundzwanzigsten Jahr meiner Pilgerreise auf dieser Erde trottete ich durch die große Stadt, trübselig wie ein Kind, das seine Uhr verloren hat. Ich suchte etwas, das die Lücke füllen sollte, und fand nichts."

Julian heißt der Held von der traurigen Gestalt und Ich-Erzähler von Arno Geigers "Selbstporträt mit Flusspferd". Zu Beginn des Romans ist er Anfang 30 und Tierarzt. Eine Frau betritt die Ambulanz, in der er arbeitet. Sie hat einen Uhu mitgebracht. Das Tier ist nicht mehr zu retten, es interessiert Julian aber auch nicht so sehr wie die Überbringerin, die ihm einmal sehr nahe stand.

Mit Judith hatte er als Student eine mehrjährige Beziehung. Nach der schmerzhaften Trennung verloren sie einander aus den Augen. Die Begegnung mit Judith erzeugt bei Julian ein heftiges Flashback. Nur drei Seiten nimmt die in der unmittelbaren Gegenwart angesiedelte Eröffnungsszene in Anspruch, danach springt der Roman zehn Jahre zurück und erzählt von jenem turbulenten Sommer, als Julian


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